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Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Julia Meyer

Seit dem „Elften im Elften" um „Elf Uhr Elf" tanzen und springen die verkleideten Jecken in der Karnevalshochburg Köln durch die Straßen. Doch am Aschermittwoch nimmt das wilde Treiben ein Ende. In ganz Deutschland gibt es unterschiedliche Bräuche, die den Ausklang der Karnevalszeit begleiten und die 40- tägige Fastenperiode einläuten.

In Köln wird das Ende des Festet mit der sogenannten „Nubbelverbrennung" zelebriert. In der Nacht vom Dienstag zum Aschermittwoch wird eine Stroh- und Lumpenpuppe verbrannt, die zuvor vor den Kneipen der Stadt, stellvertretend für Karnevalssünden, angebracht wurde. Mit der Verbrennung werden alle im Karneval begangenen Sünden begraben. Der Aschermittwoch selbst wird noch einmal genutzt, um mit Freunden und Kollegen oder im Kreise der Karnevalsgesellschaften in Kneipen oder Gasthäusern zusammenzukommen. Traditionell werden an diesem Tag Fischgerichte verzehrt bevor nun die 40- tägige Fastenzeit beginnen kann.

Seit dem 7. Jahrhundert beginnt am Aschermittwoch die Fastenzeit. Die Fastenzeit soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat und fastete. Die Fastenzeit umfasst eigentlich 46 Kalendertage. Zieht man die 6 fastenfreien Sonntage ab, so ergeben sich 40 Fastentage, bevor der wichtigste christliche Feiertag (Ostersonntag), der an die Auferstehung Christi gedenkt, stattfindet.

Christliche Kölner besuchen am Aschermittwoch die Kirche, um dort das traditionelle Aschenkreuz zu erhalten. Denn die Bezeichnung Aschermittwoch hat seinen Ursprung in dem Brauch, verbrannte „Palm"-Zweigen des letztjährigen Palmsonntags zu segnen und anschließend den Gläubigen mit der Asche ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen(Aschenkreuz). In vielen Kulturen gilt Asche als ein Symbol der Vergänglichkeit. Das Aschekreuz soll die Menschen an die Vergänglichkeit erinnern. In der Fastenzeit sollen sie sich, nach dem ausgelassenen Fest, auf sich selbst und auf das Wesentliche besinnen. Durch Verzicht auf alkoholische Getränke, Zigaretten, bestimmte Nahrungsmittel oder gewisse Luxusgüter soll der beschwerliche Weg Christi verständlich und einprägsam aufgezeigt werden.

Katholische Künstler der Stadt Köln wie Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Architekten und weitere feiern mit einem Gottesdienst in St. Kunibert am Aschermittwoch den „Aschermittwoch der Künstler". Auf Anregung vom katholischen Schriftsteller und Diplomaten Paul Claudel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der „Aschermittwoch der Künstler" in Paris ins Leben gerufen. Es ist eine Veranstaltung zur Begegnung von Kirche und Kunst, die inzwischen in über 100 Städten der Welt stattfinden.1950 wurde die Idee in Köln aufgegriffen und fand hier erstmals statt. Traditionell wird der Aschermittwoch der Künstler in Köln vom Erzbischof zelebriert.