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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Ursula von Köln

Ursula von Köln

Florian Russi

Eine hochverehrte, aber nicht belegbare Heilige.

Bild 1: Martyrium der Hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen (16. Jahrhundert)
Bild 1: Martyrium der Hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen (16. Jahrhundert)
Die Heilige Ursula, auch Ursula von Köln genannt, ist die Namensgeberin eines der bedeutendsten katholischen Frauenordens. Die „Ursulinen", das Ordenskürzel ist OSU (Ordo Sanctae Ursulae, d. h. Orden der Heiligen Ursula), sind eine von der italienischen Landwirtstochter Angela Merici 1535 gegründete Ordensgemeinschaft, die sich vornehmlich in der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen engagiert. Deswegen wurden sie oft auch als weibliches Pendant des Jesuitenordens bezeichnet.
 
Mit rund 10.000 Mitgliedern gehören die Ursulininnen zu den größten Ordensgemeinschaften der Römisch-Katholischen Kirche. Die Gründerin, Angela Merici, hatte zuvor dem „Dritten Orden" des Heiligen Franziskus angehört. Dass sie ihrer Gemeinschaft eine neue und besondere Orientierung auf die Erziehung und Bildung gab, lag darin begründet, dass sie schon sehr früh erkannte und darunter litt, wie unwissend und wenig gebildet die jungen Menschen in ihrer Zeit waren. Warum sie den Namen der Heiligen Ursula wählte, ist verwunderlich, denn diese Heilige ist historisch nicht nachweisbar und in den über sie verbreiteten Legenden ist nicht von Erziehung und Bildung die Rede.
Den Legenden nach war Ursula eine Königstochter aus der Bretagne. Angeblich soll sie im Jahr 383 gestorben sein. Aetherius, Sohn des heidnischen Königs von England, soll um ihre Hand angehalten habe. Sie willigte ein, stellte allerdings Bedingungen: Aetherius musste sich taufen lassen und sich verpflichten, eine Schar von 10 Gefährtinnen und 11.000 weiteren Jungfrauen zusammenzustellen und mit dieser Schar und Ursula eine Wallfahrt nach Rom zu unternehmen. Dies geschah, und an der Wallfahrt soll sich sogar der Papst Cyriacus beteiligt haben. Ein Papst dieses Namens ist jedoch nicht historisch erfasst.
 
Bei der Rückkehr von ihrer Wallfahrt machten der Legende nach Ursula und die Jungfrauen in Köln Station. Kurz danach wurde die Stadt von den Hunnen belagert. Dabei sind alle Pilgerinnen ums Leben gekommen. Der Anführer der Hunnen hatte sich in Ursula verliebt und ihr angeboten, sie zu verschonen, wenn sie bereit sei, ihn zu heiraten. Sie lehnte dies ab und wurde von ihm mit einem Pfeil getötet.
  
Später will man in Köln eine Grabstätte mit den Gebeinen der Märtyrerinnen entdeckt haben. Man hat die ausgegrabenen Knochen dann als Reliquien verkauft. Bei dem Fundort handelte es sich um einen alten Friedhof aus der Römerzeit.
Bild 2: Der Traum der heiligen Ursula. Rechts im Bild der Engel, der ihr das Martyrium verkündet.
Bild 2: Der Traum der heiligen Ursula. Rechts im Bild der Engel, der ihr das Martyrium verkündet.
In den frühesten Legenden war nicht von 11.000, sonder nur von 11 Jungfrauen die Rede. Wahrscheinlich wurde die Angabe „XI. MV" an Stelle von „11 martyres virgines" (11 jungfräuliche Märtyrerinnen) als „11 milia virgines" (11 Tausend Jungfrauen) fehlinterpretiert.

So viele geopferte Jungfrauen entzündeten die Fantasien vieler Menschen und so fanden Ursula und ihre Gefährtinnen immer neue Verehrer. Christliche Bruderschaften und Gemeinschaften stellten sich unter ihren Schutz und ernannten Ursula zu ihrer Patronin. Christoph Kolumbus gab einer der von ihm in der Karibik entdeckten Inselgruppe nach den Kölner Märtyrerinnen den Namen „Jungferninseln". In Köln ist eine Basilika nach Ursula benannt. Sie ist die Patronin der Stadt und das Wappen von Köln enthält 11 symbolisierte Blutstropfen oder Flämmchen, die sich auf den Märtyrertod Ursula und ihrer engsten Gefährtinnen beziehen.

  

   

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Teaserfoto: wikimedia, Ursulaschrein, von Hans Memling, vor 1489 - gemeinfrei
Bild 1: wikimedia, Hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen - gemeinfrei
Bild 2: wikimedia, der Traum der Heiligen Ursula; von Vittore Carpaccio, um 1495 - gemeinfrei