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Kennst du Bertolt Brecht?
Gudrun Schulz
2013, 156 Seiten + CD, ab 16 Jahre 

Und der Haifisch, der hat Zähne /Und die trägt er im Gesicht/ Und Macheath, der hat ein Messer /Doch das Messer sieht man nicht.

Dieser neue freche Ton des jungen Brecht revolutionierte das Theater. Seine Stücke sind aufrüttelnd, kritisch und richten sich gegen die bürgerliche Gesellschaft seiner Zeit. Er will dem Zuschauer die Augen öffnen und ihn zum eigenen Denken motivieren. „Ändere die Welt, sie braucht es!", so Brecht. 

ISBN 978-3-86397-020-8
Preis 19,80 €

Hans Imhoff

Hans Imhoff

Julia Meyer

Schokoladen-König und Symbolfigur des Wirtschaftswunders

Hans Imhoff, 1922 in Köln geboren, gilt als prägende Persönlichkeit der deutschen Schokoladenindustrie. Mit dem süßen Duft von Schokolade aufgewachsen, hatte er bereits in seiner Kindheit die Vision, später einmal selbst Schokolade herzustellen.  Ein Traum, den er sich nicht nur durch die Leitung der Stollwerck AG, sondern auch durch die Gründung des Schokoladenmuseums am Rheinufer erfüllte.

Nachdem Hans Imhoff 1941 die Berufsausbildung zum Einzelhandelskaufmann abschloss, diente er von 1941 bis 1943 in der Kriegsmarine. 1945 erhielt er die offizielle Erlaubnis, in Alf an der Mosel einen Lebensmittelgroßhandel zu errichten. Auf dieser unternehmerischen Basis stieg er schnell zum größten Lebensmittelversorger an der Mosel auf. 1948 eröffnete  Hans Imhoff seine erste Schokoladen- und Pralinenfabrik  in Bullay an der Mosel. Die für die Produktion nötige, erste Schokoladenmaschine erstand er auf dem Schwarzmarkt. Hinsichtlich des lange unbefriedigten  Bedarfs  an Süßwaren konnte sich Imhoff mit seiner Schokoladenfabrik, trotz großer Konkurrenz durch Unternehmen wie Sarotti, Stollwerck oder Sprengel, am Schokoladenmarkt etablieren. Sein Unternehmen wuchs rasant, sodass er in den 1950er Jahren bereits 400 Mitarbeiter beschäftigen konnte.  Nicht nur deshalb gilt er als eine der Symbolfiguren des deutschen Wirtschaftswunders der 50er Jahre.

1964 gründete Hans Imhoff das erste Süßwaren-Geschäft unter dem Namen „Punkt und Pünktchen", um sich vom Preisdruck des Großhandels zu lösen. „Punkt und Pünktchen" wurde  später mit anderen Geschäften zur „Susi Süßwaren Fachgeschäft GmbH" vereinigt und gehört seit 2002 zur Imhoff Familienstiftung. 

Imhoffs Ziel war es, trotz eigenen Erfolgen, die Leitung der Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck zu übernehmen. Im Alter von 50 Jahren, 1972, konnte er sich diesen erfüllen. Mit  der Übernahme von 46,5 Prozent der Stollwerck-Aktien löste er Alfred Herrhausen als Aufsichtsratsvorsitzenden ab und läutete somit eine neue Schokoladen-Ära ein. Die damals angeschlagene und heruntergewirtschaftete Traditionsmarke konnte durch sein Sanierungskonzept wieder zum alten Ruhm gelangen.  Er verkleinerte das Sortiment von 1200 auf etwa 50 Produkte, investierte in neue Maschinen und kommunizierte eine klare Markenpolitik. Imhoff, der bis dato nur wenigen bekannt war, schaffte in kürzester Zeit das, was keiner für möglich hielt. Denn die Stollwerck AG erholte sich nicht nur von den Problemen, sondern entwickelte sich zu einem der führenden Schokoladen-Unternehmen in Europa. Bereits nach 4 Jahren konnte das Unternehmen wieder eine Dividende zahlen, außerdem kaufte Imhoff namenhafte  Marken wie Alprose (1975) Sprengel (1979) und Sarotti (1998) und vergrößerte somit sein Schokoladen-Imperium.

Bekannt ist Hans Imhoff außerdem für seine legendären Hauptversammlungen, die als die lustigsten der Saison galten. Denn Imhoff erzählte lieber Anekdoten als nüchterne Zahlen. So hatten die Aktionäre viel zu lachen, wenn der Chef in die Bütt stieg und aus einer lästigen Pflichtveranstaltung eher eine Karnevalsrede machte. So beendet er die Sitzung gerne mit dem herzhaften „Genug gequatscht, jetzt gibt es lecker Kölsch!" und sorgte zusätzlich in Form von Schokoladenpaketen für das leibliche Wohl seiner Aktionäre.

Imhoff zeichnete sich nicht nur durch seine wirtschaftlichen Erfolge aus, sondern auch durch sein soziales Engagement. Ohne Studium brachte er es ehrenhalber auf drei Doktortitel und zahlreiche Ehrenbürgerwürden. So ist er Ehrenbürger der Städte Köln, Wurzen, Pokrov / Russland, Székesfehérvár / Ungarn und Saalfeld. Außerdem erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland sowie den Verdienstorden des Landes von Nordrhein-Westfalen.

1993 schenkte Hans Imhoff der Stadt Köln „sein" Imhoff-Schokoladenmuseum, dass er für 53 Millionen Mark auf der Rheinauhalbinsel errichten ließ und erfüllte sich damit seinen Traum. Grundlage des Museums sind und waren Exponate zum Thema Schokoladengeschichte, wie alte Verpackungen, Werbeschilder, Automaten etc. sowie Ausstellungsstücke, die die Geschichte des Unternehmens Stollwerck dokumentieren. Von der Schokolade der Azteken bis hin zur Herstellung - Schokoladenliebhaber erfahren im Museum alles, was man über die leckeren Süßwaren wissen sollte. Mit über 400 000 Besuchern im Jahr ist das Schokoladenmuseum ein echter Publikumsmagnet und zählt außerdem zu den 10 meistbesuchten Museen Deutschlands.

2001 gründete Imhoff die gemeinnützige Imhoff Stiftung, eine Familienstiftung, die das Vermögen zusammenhalten sollte und soziale, wissenschaftliche und kulturelle Projekte im Rheinland fördert. Vorsitzende der Stiftung ist seine zweite Frau, Gerburg Klara Imhoff, die ebenfalls die Geschäftsführung des Schokoladenmuseums innehat.

Im darauffolgenden Jahr trat er als Vorsitzender von Stollwerck zurück. Er verkaufte seine Unternehmensanteile an den Schweizer Schokoladenkonzern Barry Callebaut und zog sich selbst ins Privatleben zurück. Nach langer Krankheit verstarb er im Dezember 2007 in seiner Heimatstadt Köln, im Kreise seiner Familie.

 

 Schokoladenmuseum Köln © Karin Engels Schokoladenmuseum Köln

Schokoladenmuseum Köln © Karin Engels Schokoladenmuseum Köln