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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Hohenzollernbrücke

Hohenzollernbrücke

Julia Meyer

Köln. Hohenzollernbrücke, im Hintergrund Kölner Dom.
Köln. Hohenzollernbrücke, im Hintergrund Kölner Dom.
Die 1907 bis 1911 errichtete Hohenzollernbrücke ist die wohl bekannteste Brücke der Domstadt. Sie prägt das Panorama der Stadt ebenso wie der Kölner Dom. Vorgängerin der Hohenzollernbrücke war die zweigleisige Dombrücke, die im Volksmund auf Grund ihres kastenartigen Aussehens auch als Mausefalle bekannt war, jedoch den Anforderungen des stetig zunehmenden Eisenbahnverkehrs nicht mehr gerecht wurde.

Die Planung der Hohenzollernbrücke erfolgte durch den Eisenbahn-Ingenieur Fritz Beermann und durch Friedrich Dircksen, die Bauausführung fand in der Zeit von 1907 bis 1911 statt. Eingeweiht wurde das Bauwerk am 22. Mai 1911 von Kaiser Wilhem II. Nach Fertigstellung überspannten drei nebeneinander-liegenden Fachwerkbögen den Rhein, davon war ein Teil dem Straßen- und Straßenbahnverkehr vorbehalten während die beiden anderen Teile dem Eisenbahnverkehr dienten.

Die unmittelbare Nähe zum Kölner Dom erforderte nach Auffassung der Zeitgenossen eine architektonische Verschönerung der Brücke. So verzierte der damals prominente Berliner Architekt Franz Schwechtem die Brücke im neoromantischen Stil mit hohen Türmen an den Portalen. Außerdem stehen an beiden Enden jeweils zweit Reiterstandbilder preußischer Könige und deutscher Kaiser der Hohenzollern-Familie, die das Zeitalter der Preußenherrschaft im Rheinland verbildlichen sollen und zur Namensgebung der Brücke beitrugen.

Liebesschlösser Hohenzollernbrücke
Liebesschlösser Hohenzollernbrücke
Trotz dessen, das die Hohenzollernbrücke als einzige Kölner Brücke im Krieg nicht durch Bomben zersprengt wurde, war ein Wiederaufbau nach dem Krieg nötig. Grund: Die Wehrmacht übernahm es am 06. März 1945 kurzerhand selbst, die Brückenpfeiler zu zerstören, um so den herannahenden amerikanischen Truppen die Rheinüberquerung zu erschweren. Nach Ende des Kriegs wurde zwar der Wiederaufbau der beiden Eisenbahnbrücken realisiert, eine Wiederherstellung der Straßenbrücke erfolgte jedoch nicht. Brückentürme und Portalbauten wurden 1958 abgerissen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden die Eisenbahnbrücken durch eine dritte ergänzt. Die nun sechsgleisige Eisenbahnbrücke hat an beiden Seiten Geh- und Radwege.

Heute gilt die Hohenzollernbrücke als die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Europas und stellt zusammen mit dem nahegelegenen Kölner Hauptbahnhof eines der wichtigsten Knotenpunkte im europäischen Eisenbahnnetz dar. Seit 2008 ist sie zudem ein beliebter Wallfahrtsort für Verliebte aus ganz Deutschland. So zieren Tausende Vorhängeschlösser, die auch als Liebesschlösser bekannt sind, die Hohenzollerbrücke und symbolisieren die ewige Zweisamkeit der Verliebten!

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Bild 1:  Köln- Hohenzollernbrücke, im Hintergrund Kölner Dom; Bundesarchiv, Bild 183-R70674 / CC-BY-SA

Bild 2:  Liebesschlösser Hohenzollernbrücke; Fotograf: Bianca Geurden