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Im Zeichen der Trauer
Florian Russi (Hrsg.)

Tröstungen für Hinterbliebene, 2006, 64 Seiten
ISBN 978-3-937601-27-4
Preis 7,80 €

Kölner Opfer der Hexenverfolgung sollen rehabilitiert werden

Kölner Opfer der Hexenverfolgung sollen rehabilitiert werden

Julia Meyer

Ein Pfarrer kämpft für die Ehre der als Hexen hingerichteten Frauen und Männer

Ein Kampf der auch die Stadt Köln erreicht.

Eine rechtliche und theologische Rehabilitation der unschuldig hingerichteten Opfer der Hexenprozesse ist ein überfälliger Akt im Geist der Erinnerung und Versöhnung. 

Aus heutiger Sicht sind die wegen Hexerei verurteilten Frauen und Männer im Sinne der Anklage für unschuldig zu erklären. In Zeiten der modernen Naturwissenschaften ist jedem einsichtig, dass ein Mensch nicht auf einem Besenstil zum Hexensabbat fliegen oder mit Zauberei Wetterkatastrophen oder Krankheiten bewirken kann.
Nie sind die Opfer der Hexenprozesse jedoch rehabilitiert worden, sie gelten bis heute als schuldig im Sinne der Anklage: sie hätten sich dem Teufel verschrieben, Gott verleugnet und durch Zauberei Schaden über die Menschheit und die Natur bewirkt. Das erlittene Leid und geschehene Unrecht ist nie öffentlich anerkannt worden. Es muss deutlich gesagt werden: es gab keine „Hexen", sondern Menschen wurden durch die Folter zu „Hexen" gemacht. Die Hexenprozessakten aber bezeugen, dass viele Angeklagte trotz schlimmster Martern an ihrem Glauben an Gott bis zu ihrem letzten Atemzug festhielten.
Erlittenes Leid und geschehenes Unrecht müssen endlich öffentlich anerkannt werden. Galilei wurde erst nach fast 400 Jahren von der katholischen Kirche rehabilitiert. Wie lange wird es dauern, bis 25.000 in Deutschland als Hexe hingerichtete Christen rehabilitiert werden?

                                                                Hartmut Hegeler (http://www.anton-praetorius.de/)

In über zehn Städten ist eine Rehabilitation der als Hexe hingerichteten Frauen und Männer durch die Stadtverordnetenversammlung/ Kirche erfolgt. So zum Beispiel in Hofheim, Eschwege (Hessen), Idstedt und Rüthen.

Nun soll auch die Stadt Köln die Ehre der unschuldig verurteilten Bürgerinnen und Bürger wieder herstellen. Das Schicksal von Katharina Henot soll hierbei besondere Beachtung geschenkt werden. Katharina Henot stammte aus einer angesehenen Kölner Familie und war eine einflussreiche Frau. Doch das rettete sie nicht vor dem grausamen Tod. Verhaftet durch den Rat der Stadt, schuldig gesprochen vom Hochgericht, erdrosselt und verbrannt. Dieser Fall ist auch für damalige Verhältnisse skandalös. Denn Katharina legte nie ein Geständnis ab. Ein Kriterium, das erfüllt werden musste, um eine vermeintliche Hexe hinzurichten.

Hartmut Hegeler und der Arbeitskreis „Hexenverfolgung in Westfalen" wendeten sich an den Bürgermeister, den Rat der Stadt und den Kölner Kardinal Joachim Meisner, mit der Bitte um eine sozialethische Rehabilitation. Er fordert eine öffentliche Erklärung, dass vom heutigen Standpunkt aus die Hexenprozesse Unrecht waren.
Die Hexenprozesse gehören zu den grausamsten Skandalen der menschlichen Geschichte. Deshalb ist es wichtig, die Ehre der unschuldigen Opfer im Sinne der Menschenwürde, der Menschenrechte und der Humanität, wiederherzustellen.

Mehrere direkte Nachfahren von Katharina Henot, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kölner Katharina-Henot-Schule und des Kölner Frauengeschichtsvereins und die Musiker der bekannten Musikgruppe Bläck Fööß, sowie einige weitere unterstützen dieses Anliegen.

 

Mit der Erklärung h&aumauml;tte die Stadt Köln die Chance, ein symbolisches Zeichen gegen körperliche und geistige Gewalt zu setzten. Der Rat der Stadt zeigt sich dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen und ist bereit die Rehabilitation durchzuführen. Eine erfreuliche Nachricht für Hartmut Hegeler und den Arbeitskreis „Hexenverfolgung in Westfalen", denn mit jeder Gemeinde, die ihre Bitte annimmt, kommen sie der Gerechtigkeit ein Stück näher. 

Foto mit freundlicher Genehmigung  von Hartmut Hegeler
(http://www.anton-praetorius.de/ ; http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Hegeler)

weitere Informationen zum Thema: http://www.deutschland-lese.de/index.php?article_id=316